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Trainingsverbot
Mo.-So. 12.00- 14.00 und nach 19.00 Uhr
Sonnenschein und sintflutartigen Regen...
... erlebten die Teilnehmer und Besucher des Laufs zur Deutschen Trial Meisterschaft am 14. und 15.08.2010 in Dreckenach, jedoch mit einem bedeutenden Unterschied: Während die Fahrer der Deutschen Meisterschaft sich an beiden Tagen unter extrem unterschiedlichen Bedingungen durch die anspruchsvollen Geländesektionen kämpften, hatten die Besucher die Wahl. Viele blieben der Veranstaltung am regnerischen Sonntag lieber fern und verpassten so den spannenderen und noch extremeren Teil des Wettbewerbs, denn die Geländesektionen wurden durch den Regen spektakulärer und sogar ungeplante Bachdurchquerungen waren plötzlich zu bewältigen. Der allgegenwärtige Moderator des MSC Dreckenach Luis Wingender erklärte interessierten Besuchern vor Ort die Regeln des Trial-Sport, die unterschiedliche Klasseneinteilung der Meisterschaft und stellte die sich messenden Fahrer vor. Ein kostenloser Shuttle-Bus-Service zum bequemen Erreichen der Geländesektionen, kostenfreie Programmhefte und eine spannende Händler-Meile rundeten das Angebot für die Besucher ab. Motorradsport auf höchstem Niveau - und das alles kostenfrei - das gibt es nur alle zwei Jahre beim Lauf zur Deutschen Trial Meisterschaft in Dreckenach.
100 Starter gingen am Samstag in vier unterschiedlichen Klassen im Kampf um die Deutsche Meisterschaft, den Deutschen Trial Pokal, den deutschen Trial Senior Pokal und den Deutschen Trial Open Pokal an den Start. Im Minutentakt wurden die Fahrer auf den Kurs rund um Dreckenach geschickt und es galt 6 Stunden Fahrzeit für drei Runden à 12 bzw. 13 Geländesektionen nicht zu überschreiten. Dabei sollten die Sektionen möglichst ohne einen Fuß zu setzen und damit strafpunktfrei durchfahren werden. Ein spannendes Rennen war zwischen den in der Deutschen Meisterschaft mit gleicher Punktzahl antretenden Jan Junklewitz und Mirco Kammel erwartet worden, doch die anspruchsvollen Geländesektionen, die der MSC Dreckenach vorbereitet hatte, sorgten für Überaschungen. Mit am Start war auch der in der Weltmeisterschaft fahrende Jan Peters, derzeit Deutschlands einziger Trial-Sportsoldat. Die sich dadurch bietenden Trainingsmöglichkeiten und die internationale Erfahrung nutzte er in Dreckenach und zeigte beeindruckenden Motorsport. So konnte Jan Peters am Samstag, nach einem Wettbewerb bei bestem Sommerwetter, das Siegerpodest mit nur 29 Strafpunkten vor Jan Junklewitz mit 43 und Mirco Kammel mit 52 Strafpunkten besteigen.
Am Sonntag ging es dann mit nahezu unveränderter Starterzahl erneut auf den Rundkurs. Aufgrund des sintflutartigen Regens stieg der nahe liegende Bach so sehr an, dass eine Evakuierung des Festzeltes lange Zeit nicht ausgeschlossen schien, doch dies wurde den unermüdlich im Einsatz befindlichen Helfern des MSC Dreckenach am Ende doch erspart. Trotz Dauerregen, gegenüber dem Vortag deutlich gesunkenen Temperaturen und Matsch soweit das Auge sehen konnte, kämpften fast alle Trial-Fahrer mit einem Lächeln im Gesicht. Der Applaus der wenigen wetterfesten Besucher fiel umso stürmischer aus, wenn die Fahrer steile Geländesektionen meisterten, die zuvor kaum ein Punktrichter zu Fuß erklimmen konnte. Einer, der am meisten lächelte, war auch an diesem Tag Jan Peters. Der Ausnahme-Trialer ignorierte Regen und Schlamm und fuhr in der ersten Runde in 12 Sektionen gerade einmal 4 Strafpunkte ein, während der Rest der Fahrer im Durchschnitt mit 30 Strafpunkten aus der ersten Runde zurück kam. Auch, wenn Peters dieses unglaubliche Niveau nicht halten konnte, kamen auch bei Runde 2 und 3 sehr wenige Strafpunkte hinzu. Am Ende stand Jan Peters erneut verdient auf dem Siegerpodest mit nur 34 Strafpunkten (5 Punkte mehr als am sonnigen Vortag) vor Jan Junklewitz mit 70 Strafpunkten und Christian Kregeloh mit 85 Strafpunkten. Mit diesen beiden Wertungsläufen für die Deutsche Trial Meisterschaft wurden die Karten neu gemischt. Zum einen führt nun Jan Junklewitz die Tabelle an und zum anderen wird man die weiteren Ergebnisse von Jan Peters genau beobachten müssen - es bleibt spannend - besonders, wenn es regnet!
Auch der MSC Dreckenach war mit zwei Fahrern angetreten, die sich im starken Starterfeld gut schlugen. Marvin Binder fuhr in der zweit höchsten Klasse (Deutscher Trial Cup) und kam am Samstag auf Rang 10 von 30 Startern und das mit einem sehr guten Punkteergebnis. Auch am zweiten Wettbewerbstag konnte Marvin Platz 10 verteidigen - ein sehr guter Einstieg für ein junges Talent und seinen ersten DM-Lauf in Dreckenach! Björn Bode startete eine Klasse niedriger im Deutschen Trial Pokal. Auch er kämpfte an beiden Tagen und konnte Rang 12 am Samstag und Rang 13 am Sonntag erreichen.
Nun versinkt Dreckenach wieder in einen Dornröschenschlaf, um sich zu erholen und in zwei Jahren wieder zu erwachen und erneut zur Deutschen Trial Meisterschaft einzuladen. Doch bis dahin wird auf dem Vereinsgelände des MSC Dreckenach kräftig weiter trainiert. Alle, die beim Lauf zur Deutschen Trial Meisterschaft die Faszination Motorrad-Trial erlebt und Interesse daran gefunden haben, sind eingeladen, diesen Sport im Verein zu erlernen - Näheres dazu unter www.msc-dreckenach.de .
Frank Kaiser